Digitale Inhalte haben viele Formen und Gesichter.
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Die folgenden Formen der digitalen Kommunikation sind nach zu erwartendem Aufwand beim Produzieren geordnet. Off we go:

Text

Auch im modernen Internet ist Text das Medium, das allem anderen zugrunde liegt:

1. Teaser: Überzeugen in 120 Zeichen

Die wichtigsten Texte überhaupt sind jene, die darüber entscheiden, ob ein Inhalt gelesen, geteilt und geliked wird. Buzzfeed ist der ungekrönte Meister in der Kunst des An-Teaserns.

  • Titel: Die hohe Kunst des Titelschreibens ist in digitalen Kanälen wichtiger denn je. Ein schlechter Titel und der ganze Inhalt verpufft.
  • Lead-Texte: Lead-Texte müssen den Titel ergänzen. Sie müssen die Geschichte auf den Punkt bringen. Sie müssen ein Versprechen machen, dieses teilweise einlösen. Grosse Verantwortung für einen Kleinsttext (maximal 160 Zeichen).

2. Essay: Meine Meinung

Nicht grundsätzlich neu, aber interaktiver und schnelllebiger als der aus dem Print bekannte Essay, ist der ‘Rant’. Die möglichst kreative Meinungsäusserung in digitalen Kanälen. Sorgt für Authentizität, kostet wenig, unterhält, kann aber auch ganz schnell nach hinten losgehen.

Ein Beispiel ist mein Artikel über politische Korrektheit.

3. Listicle: Tolle Dinge aufzählen

Eine der populärsten digitalen Gattungen sind Artikel in Listenform (auch bekannt als ‘Listicle’). Hauptstrukturierungsmerkmal dieser Textsorte ist die Aufzählung. Dies macht Listicles schnell überfliegbar. Was gerade für Inhalte, die auch mobile funktionieren müssen, ganz toll ist.

Ein klassisches Beispiel für einen Listicle ist dieser Post.

4. How-to: Know-how rezyklieren

Jede Firma hat Know-how. Nur die wenigsten nutzen die Resource Wissen aber fürs Content-Marketing. How-to-Inhalte lösen idealerweise Probleme, mit denen sich potenzielle Kunden herumschlagen. Produziert sind sie schnell, weil das Wissen bereits in der Firma vorhanden ist. Wie das Listicle sind How-to-Inhalte digitale Evergreens. Das Investment lohnt sich also.

Exzellente Beispiele für How-to-Inhalte liefern Online-Akademien wie Team Treehouse oder Code Academy.

5. Glossar: Jargon für Outsider

Jargon ist die wohl grösste Zugangshürde in einer digitalen Welt, die primär über textbasierte Suche funktioniert.

Ein Glossar kann die Brücke schlagen zwischen Kunden- und Firmensprache. Besser ist es allerdings, von Anfang an so zu schreiben wie Kunden sprechen.

Wikipedia ist wohl deshalb der grösste und am besten gerankte Glossar der Welt, weil er von Nutzern für Nutzer gemacht ist.

6. Slideshare: Präsentationen rezyklieren

Überall gibt es Präsentationen. Nicht immer haben alle Interessierten die Möglichkeit eine Präsentation live mitzuverfolgen.

Deshalb lohnt es sich Präsentationen als Content digital wiederzuverwenden. Das Werkzeug der Stunde dafür ist der Web Service Slideshare:

Bild

Visueller Content ist Content-Marketing-Gold. Dank ihrer Unmittelbarkeit und Emotionalität werden Bilder und Videos sehr schnell geteilt und verlinkt.

8. Snapshot: Siehe Flickr, Instagram, Pinterest

Am unteren Ende der Kosten-Skala stehen die schnellen Bilder, welche mit dem Smartphone geschossen und mit Instant-Filtern versehen direkt auf Plattformen wie Flickr, Imgur Instagram oder Pinterest geteilt werden. Diese Bilder sind günstig, authentisch und für digitale Kanäle ideal.

9. Memes: Virale Bild-Text-Kombos

Ein Meme ist eine witzige Bild-Text-Kombination. Für Marken mit einem Sinn für Humor ist das Meme eine kostengünstige Art Dialog anzustossen oder schnell auf Kommunikations-Debakel zu reagieren, wie das Beispiel der BBC zeigt.

Online-Services wie der Meme Generator von Imgur machen das Erstellen von Memes zu einer Sache von Minuten.

10. Info-Grafik: Sexy Zahlen und Fakten

Info-Grafiken sind eine unglaublich wirksame Gattung des digitalen Erzählens. Wichtig: Anders als ihr Pendant aus der Print-Welt orientieren sich digitale Info-Grafiken immer von oben nach unten. Dadurch funktionieren sie sowohl auf grossen, als auch auf kleinen Bildschirmen.

Ein gutes Beispiel für eine digital Infografik ist diese visuell umgesetzte Geschichte des Internet.

11. Comics oder Cartoons

Eine Gattung, die auch im digitalen Zeitalter noch funktionert ist der Comic Strip. In drei vier zusammenhängenden halten Zeichner der Gesellschaft den Spiegel vor.

Natürlich kosten gute Comics Geld. Aber: Qualität setzt sich durch, denn die Kürze des Formats ist ideal geeignet fürs Teilen via Social Media und Bild-Sharing-Plattformen.

Video

12. Animierte Gifs und Vine: Kürzest-Filme

Animierte Bilder und Kürzestvideos à la Vine dauern weniger als sechs Sekunden. Die Kürze des Formats zwingt dazu Geschichten zu verdichten. Diese Dichte macht das Format zum digitalen Wunderkind.

Weil Kürzestfilme weniger Kosten als etwa klassische Werbefilme, fällt das Experimentieren viel leichter. Das sehr limitierende Format setzt den Kurs auf Innovation.

13. Der Marketing-Film: Ja, aber richtig

Natürlich hat auch das traditionelle Image-Video nicht ausgedient. Aber es muss zuerst unterhalten und erst dann werben. Nur so gelingt es, die relativ hohen Investitionskosten wieder wettzumachen:

Interaktive Medien

14. Interaktives Storytelling

Interaktives Storytelling ist nicht mehr nur den ganz Grossen vorbehalten (siehe Snow Fall der New York Times). Die folgenden Tools machen interaktives Storytelling zum spielerischen Vergnügen für alle, die es versuchen wollen:

  • Line: Line macht das Gestalten von multimedialen Zeitsträngen zum Kinderspiel.
  • Medium.com: Bringt die Form des klassischen Artikels ins digitale Zeitalter.
  • Fold: Macht mehrschichtiges Erzählen digital. Toll für tiefergehenden Content.
  • Storify: Mit Social Media, Text, Grafik und Film Geschichten erzählen.

15. Games: Spielend Kunden gewinnen

Gameification ist in aller Munde: Interfaces sollen motivieren, Einkäufe belohnt und Käufer konditioniert werden. Es geht aber noch besser als Cumulus-Punkte-Jagd. Online Games sind ein sehr effektives Mittel um Spieler – und mögliche Kunden – anhaltend zu prägen.

Die Investitionen für ein Werbe-Game stemmen aber erst wenige Firmen. Dass es sich sehr wohl lohnen kann, zeigt die Erfolgsgeschichte von Twist, Lick, Dunk, dem Game eines amerikanischen Keks-Herstellers.

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